Spannender Austausch mit Eike Holsten an der Oberschule Visselhövede
Mit dieser Haltung dürften viele nicht gerechnet haben: Im Rahmen einer Gesprächsrunde an der Oberschule Visselhövede mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Eike Holsten zeigten sich viele Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Klassen des gymnasialen Zweigs einem Gesellschaftsjahr gegenüber durchaus offen.
Dabei wurde über die Frage diskutiert, ob sich junge Menschen nach der Schule für eine bestimmte Zeit für die Gesellschaft einbringen sollten, sei es im sozialen Bereich, im Katastrophenschutz, bei der Bundeswehr oder in anderen Einrichtungen. Während in öffentlichen Debatten oft der Eindruck entsteht, dass ein solches Modell bei jungen Menschen auf Ablehnung stößt, erlebte der Abgeordnete im Klassenzimmer ein anderes Bild. Eike Holsten, der ein Gesellschaftsjahr befürwortet, sah sich in seiner Haltung bestärkt.
Einsatz für den gymnasialen Zweig an der OBS
Viele der Jugendlichen waren im Vorfeld bereits zu Besuch im Niedersächsischen Landtag. Einige waren außerdem im Bundestag in Berlin. Direkt in Visselhövede selbst haben die 14- bis 16-Jährigen in die Lokalpolitik reingeschnuppert und als Zuhörer an einer Sitzung des Schulausschusses im Rathaus teilgenommen. Entsprechend selbstbewusst starteten sie in die Gesprächsrunde. So wollten sie etwa wissen, warum Eike Holsten in die Politik gegangen ist, was ihm an seinem Beruf gefällt, was ihn manchmal ärgert und wie er mit Kritik umgeht. Dabei ging es weniger um Parteiprogramme als um die Person hinter dem Mandat.
Eine Frage freute Holsten besonders: Warum er sich für den gymnasialen Zweig an der Oberschule Visselhövede eingesetzt habe. „Das hat auch viel mit meinem eigenen Weg zu tun“, erklärte der Abgeordnete, der in Tarmstedt aufgewachsen ist und bis zur zehnten Klasse an der KGS beschult wurde. Dort habe er als Realschüler auch Gymnasialkurse besuchen können. „Ich habe selbst davon profitiert, dass Bildungswege offen waren. Deshalb halte ich viel davon, wenn junge Menschen unterschiedliche Möglichkeiten und Bildungswege haben, die zu ihnen passen, und sich nicht zu früh entscheiden müssen.“
Mehr Klartext und Transparenz
Gleichzeitig nutzte Holsten die Gelegenheit, um zu erfahren, welche Themen junge Menschen beschäftigen. Sie äußerten unter anderem den Wunsch nach freien Busfahrkarten bis zum Abitur, kritisierten die Mobilität im ländlichen Raum ganz allgemein, machten sich für günstigen Wohnraum stark und fragten, warum politische Entscheidungen aus ihrer Sicht oft so kompliziert erklärt werden. Viele wünschten sich mehr Klartext und nachvollziehbare Begründungen. Für Holsten, selbst Vater von drei Kindern, die Schule und Kita besuchen, zeigte das Gespräch, dass junge Menschen sehr aufmerksam beobachten, was politisch passiert und dass sie ziemlich genau eigene Vorstellungen davon haben, was besser laufen könnte.
Besonders beeindruckt zeigte Holsten sich über die gute Vorbereitung auf seinen Besuch seitens der Jugendlichen mit ihrer Klassen- und Politiklehrerin Katja Stolte. „Die Schülerinnen und Schüler haben zugehört, nachgehakt und Fragen gestellt, auf die es oft keine einfachen Antworten gibt. Genau solche Gespräche helfen, Themen auch einmal durch die Augen junger Menschen zu betrachten“, merkte Eike Holsten nach seinem Besuch an.
Kooperationsklasse für Kinder mit Beeinträchtigungen
Vor dem Austausch sprach er außerdem mit Sinje Fitschen, der kommissarischen Rektorin der Oberschule. Dabei erfuhr er, dass zum neuen Schuljahr eine Kooperationsklasse mit der Lindenschule der Rotenburger Werke in Visselhövede an den Start geht. „Das ist eine wirklich gute Nachricht für die Kinder mit Beeinträchtigungen, die dann direkt in Visselhövede mit ihren Freunden gemeinsam eine Schule besuchen können und dafür nicht ganz nach Rotenburg fahren müssen. Ich freue mich, dass dieses Angebot an der Schule entstehen wird und wünsche dem Projekt einen erfolgreichen Start“, begrüßte Holsten die Kooperation.



Fotos: Baraz